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Neue Turbinengehäuse für General Electric.
Prototypen sind reif für die Vorserie.

FWH · Ende letzten Jahres waren es zunächst einmal Prototypen, die von der Friedrich Wilhelms-Hütte GmbH (FWH) an die General Electric (USA) ausgeliefert wurden: sechs verschiedene Gehäuse- und Lagerteile der neuen Gasturbine LMS 100. Nach problemloser Montage und erfolgreichem Probelauf gab der Kunde grünes Licht: Die Typen können in Vorserie gehen. Es sind nicht die Dimensionen der Bauteile, die den üblichen Rahmen sprengen. Mit einem Gewicht von maximal circa 5.500 kg liegen sie sogar im unteren Gewichtsbereich des FWH-Produktspektrums. Außergewöhnlich ist allerdings, welche Belastungen sie konstruktionsbedingt aushalten müssen. Der Turbinentyp entwickelt eine Energieleistung von circa 100 MW und ist eine Kombination aus Flugturbine und neu entwickelter vorgeschalteter Verdichtereinheit. Daraus ergeben sich für das Verdichtergehäuse außergewöhnlich hohe Einsatztemperaturen. Sie liegen bei über 400 Grad Celsius.
Turbinengehäuse
Schnittdarstellung durch die komplette Turbine LMS 100: Die von der Friedrich Wilhelms-Hütte gelieferten Teile werden sowohl im Primärverdichterbereich am Lufteintritt als auch am letzten Lager der Turbine (Abgaszone) eingesetzt.

Solche Temperaturen hält normalerweise nur teurer Stahlguss aus. Die FWH konnte aber eine preiswerte Alternative vorlegen: Molybdän-legiertes Guss-eisen mit Kugelgraphit. Vorausgegangen war eine unermüdliche Suche nach Ersatz-Werkstoffen, die in den Laboren bei General Electric jeweils gründlich analysiert wurden. Auch die geforderte Beschaffenheit und Qualität der Oberfläche waren eine technische Herausforderung. Sie musste im unbearbeiteten Strömungsbereich aus Gründen des Wirkungsgrades eine besondere Anforderung erfüllen – was bereits die ersten gelieferten Gussteile einwandfrei erfüllen konnten. Denn die FWH-Spezialisten hatten das Problem während der Modellherstellung mit einem besonders konzipierten Hauptkernkasten lösen können. Mit dem US-Kunden General Electric macht die Friedrich Wilhelms-Hütte im Gasturbinenbereich und im Vergleich zu den Vorjahren weniger Umsatz. Dies liegt allein daran, dass in den USA weniger Kraftwerke gebaut werden und die Währungsparitäten derzeit recht ungünstig sind.
Auf der anderen Seite liefert die FWH an die Amerikaner mehr Teile denn je, seit man auch Gussteile für Windenergie-Anlagen herstellt. Diese Gussteile werden einbaufertig bearbeitet und je nach Kundenbedarf zu der Fertigungsstätte nach Salzbergen oder direkt in die USA geliefert. Aufgrund der hohen jährlichen Stückzahlen rechnet man für 2005 mit einem deutlichen Umsatzzuwachs in diesem Produktsektor.

Mark Vierbaum

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